Zwingerhusten – Erklärung und Tipps

Blog - Zwingerhusten

Zwingerhusten (oder infektiöse Tracheobronchitis) macht sich durch einen plötzlich auftretenden bellenden, teilweise krampfartigen Reizhusten bemerkbar und ist für betroffene Hunde sehr unangenehm. Bei ungeimpften Hunde können schwere Verläufe auftreten, die bis hin zu einer Pneumonie (Lungenentzündung) führen können. Durch den starken Husten kann ein Würgereiz entstehen, der häufig auch von schleimigem Auswurf oder der Entleerung von Mageninhalt begleitet wird. Auch Atembeschwerden, Nasenausfluss und Entzündungen von Kehlkopf und Luftröhre sind möglich. Die Erkrankung, die durch verschiedene Erreger ausgelöst werden kann, ist hochansteckend und verbreitet sich gerade unter Hunden, die viel Kontakt zu Artgenossen haben, sehr schnell. Zur Vorbeugung der Infektionserkrankung spielt ein intaktes Immunsystem eine wichtige Rolle.


SOS-Tipps bei Zwingerhusten

  • Beim Gassi gehen sollten Sie anstelle eines Halsbandes besser ein Brustgeschirr verwenden, um Druck auf den entzündeten Hals und damit starke Hustenreize zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie für ca. 7-10 Tage unbedingt den Kontakt zu anderen Hunden.
  • Halten Sie besondere Hygiene ein und reinigen Sie gründlich Futterschüsseln, etc.
  • Vermeiden Sie Anstrengungen (z. B. zu lange Spaziergänge).
  • Rauchen Sie nicht im Aufenthaltsraum des Hundes.
  • keine Teilnahme an Ausstellungen, Wettkämpfen, Hundetraining.
  • Trockenfutter kann eingeweicht werden um die Flüssigkeitsaufnahme zu steigern und den Reiz im Rachenraum zu reduzieren.
  • Verbeichen Sie einen für Tiere geeigneten pflanzlichen Hustensaft.
  • Spätestens bei erhöhter Temperatur (>39° C) sollten Sie Ihren Hund in einer Tierarztpraxis vorstellen.



Was ist ein Zwingerhusten?

Als Zwingerhusten werden ansteckende Erkrankungen der oberen Atemwege bei Hunden bezeichnet, die durch verschiedene Viren und Bakterien ausgelöst werden können. Durch das angegriffene Immunsystem und die v.a. durch Viren geschädigten Schleimhäute der Atemwege kommt es anschließend häufig zu bakteriellen Folgeinfektionen. Die Infektionskrankheit wird vor allem von erkrankten Artgenossen übertragen, mit einem der Erreger, Bordatella bronchiseptica, können sich Hunde allerdings z.B. auch bei Katzen, selten auch Menschen anstecken  und vice versa. Die Übertragung erfolgt über die Luft, hauptsächlich aber über Tröpfcheninfektion, weshalb sich die Erreger bei mehreren Hunden auf engem Raum leicht verbreiten können. Bei unkomplizierten Verläufen heilt die Erkrankung im Normalfall nach ein bis zwei Wochen von selbst aus. Kommt es jedoch zu Sekundärinfektionen, kann sich der Krankheitsverlauf verschlimmern und zu schweren Erkrankungen, wie etwa einer Lungenentzündung, führen.

Symptome

Je nach Erreger treten erste Symptome eines Zwingerhustens nach etwa 2 bis 10 Tagen auf. Die Erkrankung äußert sich zunächst meist nur durch einen harten, bellenden Husten, der teilweise krampfartig ausfällt. Dieser muss nicht durchgehend sein, sondern kann auch nur bei Belastung auftreten. Bei leichtem Druck auf die Luftröhre lässt sich der Husten jedoch auslösen. Parallel zum Husten kann ein starker Würgereiz auftreten. Auch Atembeschwerden, Auswurf, Nasenausfluss oder eine Bindehautentzündung mit eitrig-tränenden Augen können auf Zwingerhusten hindeuten. In schweren Fällen, vor allem solchen mit Sekundärinfektionen, kann es zu Fieber, Entzündungen des Rachens, der Mandeln, der Bronchien sowie der Luftröhre kommen. Hunde mit Zwingerhusten leiden in der Regel außerdem bei schweren Verläufen an Appetitlosigkeit und sind weniger belastbar.

Untersuchung und Diagnose

Der Tierarzt kann die Diagnose Zwingerhusten im Normalfall schon anhand des typischen Hustens und der Vorgeschichte des Hundes stellen. Hatte der Hund kurz vor Ausbruch der Erkrankung auf engem Raum Kontakt zu Artgenossen – etwa bei einer Sportveranstaltung (z.B. Agility) oder in einer Hundepension – sollten Halter den Tierarzt darauf aufmerksam machen. Bei einem komplizierten Verlauf, an dem mehrere Erreger beteiligt sind, können die verantwortlichen Bakterien mittels eines Abstriches der Schleimhäute festgestellt werden. Ein Antibiogramm hilft dem Tierarzt bei der Auswahl des richtigen Antibiotikums.

Therapie

Die Behandlung des Zwingerhustens richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Hustensaft hilf bei Reizhusten, die Gabe von Antibiotika bekämpft Bordatella Bakterien und die evtl. vorliegenden bakteriellen Sekundärinfektionen, NSAID (nicht steroidale Antiphlogistika) lindern schmerzhaften Hustenreiz und wirken fiebersenkend. Zuhause benötigt der Patient zwei bis drei Wochen Ruhe, um sich zu erholen.

Vorbeugung

Gegen zwei der Haupterreger (Parainfluenzavirus und Bordatella bronchiseptica) ist eine Impfung für Hunde erhältlich. Gerade Hunde, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, sollten die Impfung erhalten. Zu diesen zählen vor allem junge und alte Hunde und die, die häufigen Kontakt mit anderen Hunden haben (z.B. auf Hundeausstellungen, Turnieren, in Hundepensionen) oder ein geschwächtes Immunsystem besitzen.



Quellen:

https://www.deutsche-familienversicherung.de/tierkrankenversicherung/hundekrankenversicherung/ratgeber/artikel/zwingerhusten-infektioese-tracheobronchitis-ursachen-symptome-therapie/

https://www.vetepedia.de/gesundheitsthemen/hund/atemwege/zwingerhusten/

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